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Winter-Trendsport im Gesundheits-Check

Neben den klassischen Wintersportarten wie Skifahren, Rodeln oder Eislaufen locken jedes Jahr neue Trendsportarten neugierige Sportler in die Skigebiete.
Ein Artikel von Natalie Zettl

Was viele dabei nicht beachten: Nicht jede Sportart ist für jeden geeignet – vor allem wenn kaltes Wetter, Schnee und Eis auf sogenannte High-Impact-Sportarten treffen. Warum, das erklärt der renommierte Wiener Unfallchirurg Marcus Hofbauer: „Gerade bei angesagten Wintersportarten fehlt ambitionierten Sportlern meist die nötige Erfahrung sowie Ausrüstung. Damit geht ein hohes Verletzungsrisiko einher – und das ist vielen nicht bewusst.“

Foto: Unsplash

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Freestyle-Skiing

Was für Skater der Skater-Park ist, ist für Skifahrer der Freestyle-Park. Hier treffen Pipelines, Schanzen und künstliche Buckel auf wackere Skifahrer, die auf den eigens angelegten Pisten-Parcours waghalsig-kunstvolle Sprungvariationen vollführen. Mögliche Folgen sind harte, unausgeglichene Landungen für viele überambitionierte Freestyler. Der Knackpunkt dabei: die Knie. Marcus Hofbauer dazu: „Das Kniegelenk ist besonders empfindlich bei falschen Drehbewegungen, wie sie bei einigen Tricks auftreten. Gezieltes Krafttraining kann hier das Gelenk zwar stützen und dem entgegenwirken, doch gerade das Springen erhöht die Verletzungsgefahr in den Knien erheblich, was zu Spätfolgen wie frühzeitigem Gelenkverschleiß führen kann.“

Snow Biking

Biken im Puderschnee: Echte Bike-Fans möchten den Fahrtwind im Sitzen auch in den kalten Wintermonaten nicht missen – kein Problem mit einem Snowbike. Und so funktioniert der Trend: Man schwingt sich wie bei einem Fahrrad in den Sattel, wobei dieses Bike anstelle von Rädern über zwei Skier verfügt. Gefahren wird der schnittige Untersatz im Sitzen mit Mini-Skiern an den Füßen, die zum Ausbalancieren des Eigengewichts dienen. Neben der Tatsache, dass der Sport auch für Nichtskifahrer geeignet ist, birgt Snow Biking noch einen weiteren Vorteil: Der niedrige Schwerpunkt schont Knie, Wirbelsäule und Gelenke und ist damit eine tolle Alternative für all jene, die ihre Gelenke nicht bei gängigen Wintersportarten wie Skifahren oder Snowboarden stark beanspruchen möchten. Um durch den Schnee zu sausen, sind lediglich ein wenig Mut und Gleichgewichtsgefühl erforderlich.

Air Boarding

All jene, die es sich noch gemütlicher machen wollen, können es liegend auf einem Air Board probieren. Ein Air Board ist, wie der Name vermuten lässt, ein mit Luft gefülltes Kissen. Auf diesem lässt man sich bäuchlings, an zwei Griffen festhaltend, den Hang hinuntergleiten. Obwohl diese Art der Fortbewegung auf den ersten Blick sicher erscheinen mag, ist auch hier die Verletzungsgefahr nicht ohne. Besonders der Kopf ist gefährdet: „Das bequeme Liegen auf einem Air Board vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Dieses falsche Vertrauen führt oftmals zu risikoreichen Manövern oder Sprüngen mit schweren Folgen.“ Vor allem das Verletzungsrisiko im Nacken- und Rückenbereich ist hoch, da man mit dem Kopf voran schnell Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde erreicht.

Foto: Unsplash

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Eisklettern

Im Winter findet man begeisterte Gipfelstürmer vermehrt mit Eispickeln und Steigeisen in gefrorenen Wasserfällen oder mit Eis überzogenen Felswänden wieder. Wer sich jedoch als Anfänger an die eiskalten Mauern wagt, sollte neben Fitness und Schwindelfreiheit zumindest alpine Vorkenntnisse mitbringen – Kurse und geführte Touren mit Bergführern sind unerlässlich. Um das Verletzungsrisiko hierbei zu minimieren, gilt der Grundsatz: Wer klettern möchte, braucht gesunde, kräftige Handgelenke für ausreichend Stabilität – vor allem, wenn diese einen Eispickel führen müssen. Marcus Hofbauer erklärt: „Beim Klettern mit einem Eispickel ist das Handgelenk meist etwas abgeknickt, wodurch die Blutversorgung erschwert wird. Dies begünstigt Überlastungsschäden in den Gelenken und Sehnen.“ Ein Tipp: Wenn die Hand beim Klettern einmal nicht im Einsatz ist, sollte das Handgelenk vor dem Weiterziehen zum nächsten Griff geschüttelt werden. Das regt die Durchblutung an.

Rodeln

Schlittenfahrten erleben derzeit ein echtes Revival und das zu Recht, denn kaum eine andere Outdoor-Sportart zieht so generationsübergreifend die Massen in ihren Bann. Dass der Spaß auf den schneebedeckten Hängen und Hügeln jedoch auch ein hohes Unfallrisiko birgt, zeigen Statistiken, laut denen sich allein in Österreich jährlich rund 2.000 Personen verletzen. „Die häufigsten Verletzungen entstehen bei Kollisionen mit Bäumen, Pistenbegrenzungen oder anderen Schlittenfahrern“, weiß Marcus Hofbauer. Aber auch die sogenannte Weber-B-Fraktur, ein Knöchelbruch im Fußgelenk, ist eine häufige Schlittenverletzung, die meist bei falschem Bremsen entsteht. Ein Tipp des Unfallchirurgen: „Hohes Schuhwerk hilft, die Fußgelenke beim Bremsen zu stabilisieren und zu entlasten.“ Auch die richtige Bremstechnik kann das Verletzungsrisiko minimieren. Richtig gebremst wird, indem die gesamten Fußsohlen in den Schnee gedrückt und dabei dicht an die Kufen gestellt werden.

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