Baden

München, deine Leut

Was gefällt den Münchnern an ihrer Stadt, was wiederum begeistert die Touristen?

Wir wollten es wissen – und haben einfach mal nachgefragt.

Ein Artikel von Christine Gnahn

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In Schwabing, an der Isar entlang und im Englischen Garten. Lässige Menschen trifft man in München an jeder Ecke. Die Genusskultur zelebrieren, im Sommer auf dem Eisbach surfen und nicht zuletzt Fußball in der Allianz Arena: An Hotspots und tollen Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten, mangelt es der bayerischen Hauptstadt wahrlich nicht. Wir haben uns einmal umgesehen und die Münchner wie auch die Münchner Besucher nach ihrer Meinung gefragt. Fast alle waren sich dabei einig: Sowohl das kulturelle, als auch das kulinarische Angebot Münchens verschaffen der Stadt die hohe Lebensqualität, die die Münchner in vollen Zügen genießen. Mit einer Picknickdecke und frischgebackenen Brezn an der Isar sitzend, shoppend durch die Stadt oder bei einem guten Bier beim Chinesischen Turm erlebt man ihn: den hohen Lebenswert im schönen München.

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Alina Froschmeier (22)

Als gebürtige Münchnerin kenne ich den Eisbach natürlich schon lange – als Surferin nutze ich ihn allerdings erst seit einem Dreivierteljahr. Mein Zwillingsbruder hat mich drauf gebracht und jetzt bin ich total süchtig danach. Einfach ein Hammergefühl, auf den Wellen zu reiten. Wenn ich nicht gerade surfe, lerne ich entweder für mein BWL-Studium oder arbeite als Tanzlehrerin in meinem eigenen Tanzstudio. In München fühle ich mich sehr wohl, ich würde nicht wegwollen.

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Claudia (27) und Max (29)

Claudia: Ich lebe schon von Geburt an in München. Nur knapp 6 Jahre lang war ich meiner Stadt „untreu“ (lacht)  und habe in Salzburg meinen Master der Kommunikationswissenschaft gemacht. Obwohl ich mich auch in die Stadt Salzburg verliebt hatte, hat es mich doch immer wieder nach Hause zurückgezogen. So habe ich mir meinen Salzburger  Freund gepackt und bin mit ihm zusammen nach München gegangen. Als  Marketingreferentin bei einem mittelständischen Personalunternehmen kann ich mein Potenzial voll ausschöpfen. In der Freizeit halten Max und ich uns am liebsten draußen auf. Wir gehen gerne wandern und machen Städtetrips. Wenn das Wetter mal nicht passt, besuchen wir unser Fitnessstudio und stemmen Gewichte, auch Tennis und Squash zählen zu unseren Leidenschaften. Ich liebe meine Stadt einfach. Ich weiß alles daran zu schätzen und gehe auch immer mit offenem Blick durch München. Den perfekten Tag startet man am besten mit einem Frühstück am Viktualienmarkt und spaziert dann an der Isar entlang, bis man eine tolle Stelle findet um sich abzukühlen. Später gibt es dann eine Brotzeit im Biergarten. Übrigens:  Seit  Max mit mir in München wohnt, habe ich auch meine Stadt erst so richtig von der historischen Seite kennengelernt.

Max: Ich bin eigentlich gebürtiger Salzburger und der Liebe wegen nach München gekommen. Ich habe Claudia damals in Salzburg kennengelernt und wir haben uns ziemlich schnell ineinander verliebt und sind kurz darauf auch zusammengezogen. Wie sie mit ihrem Studium fertig geworden war, hatte ich schon in Deutschland gearbeitet und pendelte jeden Tag. Da fiel es mir leicht, meine Sachen zu packen und in München auch beruflich neu durchzustarten. Ich bin inzwischen stellv. Teamleitung und Versuchstechniker in Umweltsimulationskammern in einem Konzern in Ottobrunn. Klingt spannend und ist es auch (lacht). Neben technischem Know-How, braucht man für diesen Job auch Wissen in Physik. Mir gefällt es in München sehr gut. Es ist eine schöne große Stadt und man wird als Salzburger immer mit Komplimenten überschüttet, weil wir noch näher an den Bergen und am Süden sind. Manchmal könnten es vielleicht weniger Touristen sein – dann wäre die Stadt am Wochenende nicht immer so voll (lacht).

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Michaeil Karphatakis (58)

Ich komme aus Griechenland und bin hier, um meine Tochter zu besuchen. Sie macht ihren Doktor am Max-Planck-Institut, ich bin furchtbar stolz auf sie. Mir gefällt hier in der Stadt ganz besonders der Marienplatz, so ein schöner Ort! Generell ist München wunderschön, die Architektur ist absolut überwältigend. Ich habe nur ein bisschen das Gefühl, dass sich die Menschen hier über alles ein bisschen zu viele Sorgen machen.

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Jule (18)

Nächstes Jahr steht mein Abitur an, danach werde ich München zum ersten Mal für eine längere Zeit verlassen. Ich bin hier geboren und aufgewachsen und fühle mich hier absolut wohl. Hier sind meine Freunde und meine Familie und auch sonst viele nette Leute. Besonders an der Isar lernt man immer wieder wen Neuen kennen. Auch sonst hat man hier viele Möglichkeiten. Trotzdem: Meine beste Freundin und mich hat das Reisefieber gepackt. Zusammen wollen wir Work & Travel in Australien, Brasilien und Südafrika machen. Das Geld dafür verdienen wir uns über Gelegenheitsjobs. Bestimmt werde ich München unterwegs aber sehr vermissen.

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Salome Kikvadze (26)

Ich würde wahnsinnig gerne in München leben, die Stadt gefällt mir sehr gut. Leider habe ich hier aber keinen Studienplatz bekommen, deswegen bin ich für mein Pädagogik-Studium nach Essen gezogen. Die Allianz Arena hat es mir hier ganz besonders angetan, ich liebe Fußball! Heute schaue ich mir das Spiel „Bayern gegen Manchester“ an und bin schon total aufgeregt. Ich hoffe, ich kann während meines Studiums nach München wechseln.

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Inka (28):

Im Zuge eines Praktikums habe ich München kennen und lieben gelernt. Ich hatte hier zwar schon vorher Freunde und Bekannte. Doch erst, als ich dort wirklich wohnte, wurde mir klar: Hier will ich auf jeden Fall bleiben! Mein Job im Online-News-Bereich gefällt mir total gut und wenn ich bei uns aus dem Fenster schaue, sehe ich ein wunderschönes Alpenpanorama. Sich dann zu denken: Cool, hier wohne ich!, ist dann schon ziemlich super. Ich lebe mit zwei meiner besten Freunde zusammen in einer WG und wir haben alles, was man zum Wohlfühlen so braucht, direkt in der Nähe: die Isar, Biergärten, die Wiesn und Kulturangebote. Egal, was ich in meiner Freizeit so machen will, in München finde ich garantiert eine Möglichkeit dafür. Das finde ich wirklich faszinierend.

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Katrin Quadt (34):

Ich bin zwar eine gebürtige Münchnerin und habe die ersten 20 Lebensjahre hier verbracht, doch sobald ich heute wieder hier bin, fühle ich mich seltsam fremd. Vielleicht liegt es daran, dass die Stadt so unglaublich schnell wächst und sich mehr und mehr zur echten Großstadt entwickelt. Ich habe den Eindruck, das verwässert die bayerische Kultur und die bayerische Gemütlichkeit. Allerdings habe ich früher nicht mitten in der Stadt, sondern recht ländlich gelebt, weshalb ich mich auch heute eher in der Natur wohlfühle. Tirol ist meine jetzige Heimat, dort ist alles überschaubarer. Um Familie und Freunde zu besuchen, komme ich aber immer noch sehr gerne in die bayerische Hauptstadt.

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