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Kulinarische Qualität quer durch München

München hat als Großstadt auch kulinarisch viele lohnende Anlaufstellen. Hier kommt jeder Geschmack zu seinem Recht, gleichgültig ob es sich um das Einkaufsvergnügen von unterschiedlichsten Nahrungsmitteln oder den Genuss eines Restaurantbesuchs handelt. München ist auch kulinarisch eine Weltstadt – mit sehr regionalem Flair.
Ein Artikel von René Herndl
Schuhmanns-Bar-Aussen

Foto: Schumann´s Bar

Zum Einstimmen: Welcher Treffpunkt in München verspricht gediegenes Ambiente, ist ein Platz, wo man gut in den Tag starten kann? Da gibt’s beispielsweise Schumann’s Tagesbar in der Maffeistraße. Die Café-Bar ist ein guter Ort, schon vor der Arbeit den Tag köstlich gestärkt anzugehen. Auch der Lunch oder ein Aperitif schmecken hier ausgezeichnet, auch wenn es hier nur drei bis vier Gerichte gibt, diese aber top-frisch zubereitet.
Schumann‘s Tagesbar ist aber nicht nur einfach eine internationale Bar, wie es sie in jeder Großstadt geben muss, vielmehr eine mit einem eigenen Pfiff, der die moderne Wohlfühlatmosphäre ausmacht.
Allerdings steht nur eine begrenzte Tischanzahl zur Verfügung – Reservierung empfohlen. Und diese Bar steht synonym für etliche andere kleinere Lokale, die in München für verschiedenste Geschmacksrichtungen stehen und zu einer kleinen Pause von der Hektik des Tages einladen.

Ein bisserl anders als das Übliche
Natürlich gibt’s in der bayerischen Hauptstadt jede Menge Lokale, die der traditionellen Außenbetrachtung entsprechen, also die typischen Bierkeller, Bratereien und Gasthöfe bis hin zu exklusiven Feinschmeckerrestaurants wie dem Tantris oder dem Käfer – aber brauchen wir den großen Auftritt? Nein – wir suchen zuerst nach Ruhe und Gediegenem, dem Guten ohne Aufsehen, nach erstklassiger Qualität ohne Brimborium. Und das ist in München gar nicht so schwer zu finden, wenngleich es nicht immer einfach ist, ebendort auch einen Platz zu
bekommen. Weil es sich schnell herumspricht, wenn´s wo richtig gut ist.

Cochinchina

Foto: Cochinchina

Vietnam, Italien und ein Wirtshaus
Eines dieser angesagten, aber noch nicht überschwemmten Restaurants ist das „Cochinchina“ in der Schwabinger Kaiserstraße. Das Lokal bietet vietnamesische Köstlichkeiten mit chinesischem Einschlag, zur Vorspeise werden etwa marinierte Spareribs mit Zitronengras oder frittierte Calamari serviert. Bei den Hauptgerichten gibt es diverse Reisnudelschalen, aber auch Curries mit Meeresfrüchten oder Huhn. Fische werden im Ganzen und bemerkenswert frisch auf den Tisch gestellt, dazu kommt knackiges Asia-Gemüse und Duftreis. Auch für Vegetarier gibt’s diverse geschmackvolle Gerichte und bei einigen Speisen werden Reispapier und wahlweise Fleisch oder Fisch serviert, ergänzt mit jeder Menge frischer Kräuter. Ja, und das Auge isst zweifellos auch mit im Cochinchina: Die Einrichtung ist stylish-modern, eher streng, fast reduziert und klar, mit viel Holz – wie elegante Restaurants in Asien oftmals sind, wenn kein wes(en)tlicher touristischer Einfluss vorhanden ist. Das Publikum? Chic-lässig. Keine Studentenkneipe, (noch) keine übertrieben gestylten Protz-Gäste, die mit dem Nobelhobel direkt vorm Lokal parken. Aber dennoch: unbedingt reservieren!

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Foto: merc67 – fotolia.com

Ein kulinarisches Erlebnis italienischer Feinheiten kann man in der „Trattoria Alba“ an der einsamen Oberföhringer Straße in Schwabing genießen. Sofern man Gnade in den Augen des sizilianischen Patrons Giuseppe Culoso findet, der am Eingang seines Lokals über Gäste und Reservierungsbuch wacht. Die Trattoria residiert in einer 30er-Jahre-Villa mit einem Garten voller Kastanien. Im Inneren herrscht die Intimität der Vertäfelung dunklen Holzes vor, die Tische dagegen sind weiß gedeckt. Das Essen? Köstlich! Nudeln wunderbar al dente, die Sauce satt im Geschmack, herrlich sanft gegarte Calamaretti, Vitello tonnato wie es sein soll, eben das, was man untertreibend „cucina casalinga“ nennt. Egal ob Fleisch oder Fisch, Lamm oder Gewürze, alles schmeckt ungekünstelt, ohne Schnickschnack, pur und echt. Auch das feine Weinangebot ist typisch italienisch – gute und erlesene Lagen inklusive, sogar bei den offenen Weinen – und erstaunlich preiswert. Übrigens: Man munkelt, es gäbe im Alba den besten Bellini der Stadt. Und mitunter sieht man hier auch Prominenz, über deren Anwesenheit diskret hinweggeschaut wird. Hier zählt die Küche und nicht die gesellschaftliche Stellung. Jedenfalls rechtzeitig reservieren!

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Foto: Christian Jung – fotolia.com

Von ganz anderem Charakter ist das Restaurant Landersdorfer & Innerhofer in der Hackenstraße 6. Hier werden z.B. köstliche Kalbfleischpflanzerl serviert, Kabeljaufilet auf Lauchpüree, gebratenes Lamm mit Pfifferlingen, als Nachspeise eine Himbeertarte mit hausgemachtem Sorbet. Eines besser als das andere. Mittags gibt’s ein täglich wechselndes Menü, von der Karte etwa auch Salat mit gebratenen Gambas, Erbsen-Schaumsuppe oder ein Entrecote vom Kalb mit frischem Marktgemüse – ein Hochgenuss der bodenständigen Art, ein gehobenes Wirtshaus, dessen Ambiente wie die Küche vor allem durch seine schnörkellose Schlichtheit besticht. Und auch das Weinangebot – von guten Österreichern über deutsche Edeltropfen bis zu internationalen Gewächsen – kann sich sehen lassen. Jedenfalls ein Platzerl, wo man sitzen bleiben kann, weil es einfach gemütlich wird, sobald man einen Tisch ergattert hat.

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Foto: Jeanette Dietl – fotolia.com

Einkaufen und gustieren
Auch zum Einkaufen von mehr oder weniger ausgefallenen Nahrungsmitteln, von regionalen und internationalen Produkten für die Küche und den Keller bietet München mehr als viele andere Städte. Synonym dafür steht der Viktualienmarkt (Viktualien: spätlateinisches Wort für Lebensmittel), so ein bisserl das Herz dieser Stadt. Hier findet man an zahlreichen „Stand‘ln“ Exotisches und Einheimisches in frischer und bester Qualität und dabei eine fast „rustikale“ Atmosphäre. Nirgendwo in München ist die Auswahl an frischen Lebensmitteln und Spezialitäten größer.
Ganz auf die landwirtschaftlichen Produkte der näheren und weiteren Region konzentriert sind die Wochenmärkte in den einzelnen Stadtteilen Münchens: Hier kaufen die Münchener direkt vom Bauern – echt, frisch, schmackhaft und heimisch!
Und wer Feinkost aus dem Ausland, insbesondere Mediterranes sucht, wird z.B. bei „Mitte Meer“ in der Friedenstraße fündig, wo feinste Delikatessen für Gastronomen wie auch preisbewusste Verbraucher angeboten werden.
Ein Schlaraffenland auch mit frischem Fisch, einer beeindruckenden Auswahl spanischer, italienischer, portugiesischer und französischer Weine! In dieser Halle macht es wirklich Freude, ohne Hektik zu stöbern und verschiedenste original spanische und italienische Spezialitäten zu entdecken.
Da ist das Einkaufen ein Erlebnis!

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