Bobby-Car statt Rennwagen

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Bobby-Car statt Rennwagen

Christina Surer liebt schnelle Autos. Seit sie Mutter ist, lässt sie es langsamer angehen und schickt Ehemann Martin Tomczyk alleine ins Rennen. Wir haben die Schweizerin in ihrer bayerischen Wahlheimat besucht.
 Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar
Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Rennfahrerin, Model, Moderatorin – da macht man sich so sein Bild im Kopf. Und wenn Christina Surer dann vor einem steht, denkt man einfach nur: Wow! 43 Jahre ist sie gerade geworden und man muss genau schauen, um erste Lachfältchen um die strahlend blauen Augen zu erkennen. Diese Frau ist nicht nur ein Hingucker und zierte schon den Playboy, sie ist vor allem herrlich sympathisch. In Jeans und T-Shirt mit gestreiften Frottee-hausschuhen empfängt sie ihren Besuch. Sie geht vorweg durch ein großes Treppenhaus hinauf in die offene Küche ihrer modernen Villa bei Rosenheim. An sonnigen Tagen würde man durch die großen Glasfronten geradewegs auf die Alpenkette sehen. Heute ist alles regenverhangen.
_MG_9947Christina stellt Kaffee und „Basler Läckerli“ aus der Heimat auf den langen Holztisch. Ihr Mann Martin Tomczyk ist auf dem Weg zum nächsten Rennen in Übersee. Er sitzt gerade im Flieger, irgendwo zwischen Amsterdam und Los Angeles. Die gemeinsamen Kinder Emily Grace (4) und Lio James (2) sind im Kindergarten. Christinas Terrier Rooky schläft im Körbchen. Den täglichen Spaziergang haben die zwei schon hinter sich. Christinas Hauptjob ist derzeit Mutter. Sie genießt die Zeit daheim. Von ihrem schweren Unfall nur 12 Wochen nach Lios Geburt hat sie sich vollkommen erholt. Damals brach sie sich bei den Dreharbeiten zur Geissens-Poker-Show (RTL2) einen Rückenwirbel an. Dem Rollstuhl entkam sie knapp. „Wenn man so was erlebt hat, dann weiß man, was Angst ist und wie schnell sich das Leben komplett ändern kann“, sagt Christina Surer.
Draußen auf der Terrasse stehen die Bobby-Cars ihrer Kinder. Dass beide für Autos schwärmen, ist logisch. „Schon morgens stehen die zwei im Pyjama da und wollen unbedingt in die Garage und sich hinters Steuer setzen. Lio in den Kindersitz vom Auto zu verfrachten, ist jedes Mal ein kleiner Kampf. Er möchte lieber selbst fahren“, erzählt die Zweifachmutter.
_MG_9825Für ihren Mann ist Christina Surer gerne vor vier Jahren nach Rosenheim gezogen. „Ich finde, die Bayern und die Schweizer haben viel gemeinsam. Sie sind bodenständig, ehrlich, herzlich und man kann sich auf sie verlassen.“ Kochen tun beide gerne, sie eher Gemüse, er Fleischgerichte. Sind die Tomczyks mit Kind und Kegel unterwegs, fährt er. Nicht weil er es besser kann, verrät Christina, sondern weil sie keine Lust auf Belehrungen hat. Sie lacht. „Da ist es bei uns nicht anders als bei
anderen Paaren“.
Ob sie ein Traumauto hat? „Einen Pagani Zonda“, sagt sie und die Augen leuchten. „Der Sound, wenn man im Tunnel die Scheiben runterlässt und einen Gang zurückschaltet, irre.“ Bald darf sich Christina Surer am Steuer wieder Mal austoben, beim diesjährige Ladies Race Day am Red Bull Ring Spielberg. Langweilig wird es ihr nicht, ein bisschen Adrenalin muss sein.

_MG_9921Das Rennfahrer-Ehepaar Tomczyk
Christina Surer wurde 1974 in Basel geboren. Bei der Wahl zur Miss Schweiz erreichte die gelernte Arzthelferin 1993 das Finale, es folgten viele Modelaufträge. 1994 gab Surer bei der Schweizer Kart-Meisterschaft ihr Debüt als Rennfahrerin. Sie war auf den Strecken Europas unterwegs, von der Mercedes SLR GT Trophy bis zum 24h-Rennen am Nürburgring. Heute agiert sie vor allem als Moderatorin und Motorsport-Expertin für deutsche und schweizer TV-Sport-Magazine. Im Januar 2013 heiratete Christina Surer den knapp acht Jahre jüngeren Rennsportkollegen und DTM-Champion Martin Tomczyk. Der Rosenheimer ist der Sohn des Motorsportfunktionärs Hermann Tomczyk.

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