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Auszeit von den Sorgen

Früher habe ich oft genervt mit den Augen gerollt, wenn mir jemand „vor allem Gesundheit“ gewünscht hat. Als junger Mensch macht man sich keine Gedanken um dieses wertvolle Gut. Es ist so selbstverständlich, von Grippe & Co mal abgesehen. Aber leider ist eben nicht jedem eine unbeschwerte Kindheit gegönnt. Statt Spiel und Spaß und Freude geht es um Leben und Tod. Wie wunderbar, dass es so Einrichtungen wie den Irmengard-Hof gibt.
 Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Der herrlich gelegene Dreikanthof in Gstadt am Chiemsee bietet nicht nur krebs- und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen einen behüteten Rückzugsort. Auf dem ehemaligen Klostergut der Benediktinerinnen des Klosters auf der Fraueninsel sind alle am Betreuungs- und Behandlungsprozess
Beteiligten willkommen. Patienten, Eltern, Großeltern und Geschwisterkinder tanken hier Kraft, Selbstvertrauen und Lebensfreude. Zusammen können sie für einige Zeit den zermürbenden Klinikalltag hinter sich lassen. Viele Angebote wenden sich gezielt an die gesamte Familie. Endlich können alle zusammen wieder schöne Dinge erleben, das Motto: „Für eine Zeit voller Leben“. Mütter von pflegebedürftigen Kindern finden in speziellen Auszeit-Wochenenden mal wieder etwas Zeit nur für sich selbst.

Auf Spenden angewiesen
Träger des Irmengard-Hofs ist die Björn Schulz Stiftung in Berlin, die nach dem Grundsatz agiert: Wenn ein Kind schwer krank ist, ist immer die gesamte Familie betroffen. Seit 20 Jahren begleitet die Stiftung Familien mit lebensbedrohlich und lebensverkürzend erkrankten Kindern und jungen Erwachsenen – ab dem Zeitpunkt der Dia-gnose, während des Krankheitsverlaufs und über den Tod des Kindes hinaus. Die Björn Schulz Stiftung ist benannt nach einem kleinen Jungen, der 1982 mit nur sieben Jahren an Leukämie verstarb. Sein Tod war für seine Eltern und andere Familien der Impuls, einen Elternselbsthilfeverein ins Leben zu rufen, der 1996 die Björn Schulz Stiftung gegründet hat. Deren Arbeit wird zu einem großen Teil aus Spenden finanziert. Den Irmengard-Hof hat die Stiftung 2009 in Erbpacht übernommen und seitdem umfangreich renoviert.

Schirmherrin ist Ex-Biathlonstar Magdalena Neuner. Als Botschafter unterstützen die Huberbuam und das Chiemgauer Volkstheater die Stiftung mit viel Herz und Engagement. Aktuell plant die Björn Schulz Stiftung am Irmengard-Hof einen monatlichen Geschwistertreff, der sozialpädagogisch begleitet werden soll.

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